/****** Font Awesome ******/ /****** Collapsing Nested Menu Items | Code by Elegant Themes ******/

15

Juli, 2018

Das Raumwunder

[enthält werbung]

„Zuhause“: So nennen wir doch alle unsere 4 Wände. Aber was macht ein Zuhause aus?! Ist es die Anwesenheit vertrauter Dinge in einem Raum? Sind es die Menschen die vielleicht mit uns dort wohnen?
Ich habe mich das ehrlich gesagt schon immer gefragt und bereits als Kind mit der Suche nach „der“ Art zu wohnen gesucht. Unbewusst natürlich, woher hätte ich was wissen sollen, als 10jährige, die aus buntem Papier eine neue Front für´s Hochbett bastelt, die alle paar Wochen jedes Möbelstück im Kinderzimmer von links nach rechts schiebt in der Hoffnung es würde endlich perfekt sein.

Rückblickend ist es ein wenig verwunderlich, dass ich keine Innenarchitektin geworden bin oder einen Dekoladen eröffnet habe.

Die Suche hatte nie ein Ende… ich bin jetzt fast 30 und habe langsam eine Ahnung wo die Reise wohnlich hingeht.
Sie geht in den norischen Stil… in den Minimalismus… in den Bereich Nachhaltigkeit… aber mal von vorn:

Als Mama, mit Mann und Kind wurde mir in unserer 70qm Wohnung mit 2 Zimmern langsam klar, dass die Deko-Shabby-Schick Sache ein Ende haben muss.
Eine graue Tapete mit Mustern, verschnörkelte Kerzenhalter, unzählige Regale mit Deko an der Wand, Tischchen und und und… und?! alles wurde immer, wie gewohnt, von rechts nach links geschoben.
Dass das keine innerliche Ruhe fördert dürfte klar sein!?
Aber habt ihr darüber mal nachgedacht? Ich nicht… bei mir ging das andersrum.

An solche Themen hab ich nie gedacht, ich hab mich nur immer wieder in der Wohnung ausgetobt, sei es mit dem Putzlappen um die unzählige Deko sauber zu halten, die im Nachhinein ja eh keinen Sinn gemacht hat, außer mir das Geld aus der Tasche zu ziehen, oder wieder mal die Sachen „umzudekorieren“.

Dann kam ironischer Weise Instagram daher und hat aufgeräumt… 😀 ja ok das klingt echt komsich… aber ich hab mich auf Interior Seiten wiedergefunden, die mir Bilder zeigten, auf denen man die Ruhe förmlich spüren konnte. Die innerliche Ruhe.

Das wollte ich auch… ich wollte Heim kommen und trotz unvermeidbarem Spielzeug-Chaos auf dem Boden, diese klare Ruhe spüren.

Ich will euch eins verraten, das war als Max 6 Monate alt war und heute ist er 1 3/4.
Was soll ich sagen, ja es dauert.. es dauert verdammt lang.

Anfangs war es eher ein Nachahmen, ich wollte es so wie auf den Bildern, schwarz | weiß | ohne Farben.
Das schien ein vernünftiger Anfang zu sein, das zu finden was ich suchte: Optische Ruhe

Also mussten alle Schnörkel, Hirsche und der restliche Krimskrams gehen. Einziehen durfte nur was klare Formen hatte und farblos war. Es funktionierte, eine Weile wenigstens.
Trotz allem war es noch nicht „richtig“… es fühlte sich an wie ein Provisorium… wie ein Übergang.

Ich hatte Recht, denn schon bald ließen mich die sozialen Medien auf andere Themen stoßen: Minimalismus

Etwas ganz Neues, etwas mit dem ich nie nie nieeee gerechnet hatte. Ich Deko-verliebte… Ich die so „gern“ umdekoriert.
Aber ab und zu muss man sich einlassen und seinem Gefühl vertrauen.

Eins vorweg: Ich habe es nicht so gern extrem… ich finde jeder sollte sich wohl fühlen können. Man sollte sein Maß an Dingen finden, mit dem man gut leben kann, ohne Belastung zu empfinden.
Minimalismus wird oft falsch verstanden. Es bedeutet nicht, möglichst wenig zu besitzen, vielmehr bedeutet es, mit dem Dingen zu leben, die einem wirklich wichtig sind und auf die man nicht verzichten kann/möchte.

Jeder hat eine eigne Vorstellung davon, die sich mit der Zeit auch verändert.

Bei mir war es der Punkt, an dem ich bemerkt habe, wie gut es ist die Dinge gehen zu lassen.
Was haben wir für Schrankleichen… Alte Kisten mit Kram den wir seit Jahren! nicht gesehen haben und deren Ursprung nicht mehr nachvollziehbar ist. Kleidung die -irgendwann- mal angezogen wird… man weiß ja nie. 😛
Bücher die nie einer lesen wird, Geschirr das keiner nutzt, unzählige Pröbchen die mal in der Zeitung eingeklebt waren und vermutlich längst abgelaufen sind.. und und und.

Die Liste könnte ich nahezu unendlich weiterführen, aber ich denke ihr wisst was ich meine, wenn ihr mal die Schublade öffnet.

Ein weiterer Punkt, warum die Sachen nur so flogen war Max. Er began seine Welt zu entdecken, sich um zu sehen.
Wollte ich wirklich, dass er mir indirekt vor Augen führte, was hier bei uns wohnt ohne einen Zweck zu erfüllen, indem er mir die Schubladen vor der Nase ausräumt.

Auch wenn wir diese ganzen Sachen nicht sehen, da sie gut verstaut in Kisten und Schränken schlummern, wir wissen, dass sie da sind.
Das belastet irgendwie.. wenn man bedenkt, dass man ohne diese viiiiiielen Schrankleichen mindestens einen Schrank aus der Wohnung räumen könnte und so Platz schafft.

Schon komisch oder… wir suchen nach Wohnungen mit Keller oder Abstellkammer, um einen Platz für unsere Dinge zu haben, wovon wir 80% eh nie nutzen.

Während ich mich also durch Bücher zu den Themen gewälzt habe und mein unnützes Zeug im Second Hand und Flohmarkt verkauft habe, wurde das Interesse an der Skandinavischen Lebensweise immer größer.

All diese wundervollen Wohnungen und Designer für die ich mich immer mehr interessiere kamen aus diesen Ländern.

Dort wird viel mehr Wert auf all diese Dinge gelegt, Sachen die man zuhause hat, sollen nicht einfach hübsch sein.. dort achtet man auch auf den Mehrwert, die Nachhaltigkeit und vor allem auf die Qualität.

Wenn man mal ganz ehrlich ist, wie viele „Fehlkäufe“ hast du zuhause, wie viel Kram hast du weggeworfen, weil er nach ein paar Mal benutzen kaputt war.
Rechne ich mir das über die Jahre ganz ehrlich aus, dann hätte ich mir gleich die gesamte Wohnung designen lassen können.

Ich merke jetzt, ein halbes Jahr nach dem ich angefangen habe auszumisten, dass ich noch nicht am Ende bin. Der Witz an der Sache… wir haben keinen Keller. 😀 wir haben lediglich eine Gartenhütte.
Viele haben beides oder nutzen die Garage oder den Dachboden als Stauraum. Wir haben nichts davon. Und jaaaaa ich miste seit 6!!! Monaten aus.. bzw langsam werden es 7.

Im Moment bin ich bei Runde 3 in jede Schublade und in jedes Kistchen zu schauen. Kaum zu glauben wie viel man nach einem halben Jahr immer noch nicht braucht.

Dies ganze Ausmist-Aktion hat unseren Wohnstil maßgeblich beeinflusst. Er ist ruhiger und mit sehr bewusst ausgewählten Stücken geschmückt.
Ich nutze absichtlich nicht das Wort dekoriert, denn Deko hat für mich mittlerweile etwas sinnloses.

Hier stehen auch Objekte herum die ich nicht jeden Tag nutze, die mir aber sehr viel Wert sind.
Und damit ist nicht der materielle Wert gemeint.

Grade zu dem Thema erhalte ich unfassbar viele Nachrichten, denn ich stelle auf meinem Account Produkte, Shops und Co vor die nicht unbedingt als günstig durchgehen.
Das ist wohl wahr, was aber auch wahr ist: Wenn ich mir immer vor einem Kauf, wohl bemerkt IMMER, die Frage stelle, ob ich das wirklich.. wirklich?? brauche, dann spare ich mir damit unglaublich viel Geld. ( kleiner Tip: macht das mal im Supermarkt beim Wocheneinkauf, ihr werden staunen )

Nur so war es auch mir möglich unsere kaputten oder qualitativ minderwertigen Dinge gegen langlebige und bestenfalls umweltfreundliche Produkte einzutauschen. ( zu dem Thema werde ich separat etwas schreiben ).

Was sich ganz heimlich und nebenbei einschlichen hat ist diese Ruhe… die Ruhe von der ich bisher nur geträumt habe.. die optische Ruhe, wie ich sie nenne, wenn ich Heim komme und nicht von der Masse an Dingen erschlagen werde.. und die innere Ruhe.. die ohne Mühe einfach da ist.

Man hört oft: – Du musst erst dich und dann alles andere ändern.. es beginnt mit dir. –
Dem kann ich nicht vollständig zustimmen. Ich habe mich nicht zuerst geändert, nicht wirklich, ich habe etwas nachgemacht, dass ich auf Bilder gesehen habe.
Das Ergebnis, das hat mich verändert. Nicht nur mich.. auch Peter merkt, dass es anders ist. Er sagt immer: man hat mehr Platz zu denken.

Auch für Max ist unsere Art zu wohnen sicher positiv. Er hat kaum Ablenkung.. keine Reizüberflutung und er lernt von klein auf, mit den Dingen sorgsam und bewusst umzugehen.

Das ist es, was unsere Wohnung und die Entstehung ausmacht und ich denke nicht, dass wir am Ende sind. Es gibt noch viel zu tun. Ich nehme euch auf dieser ´Reise´ natürlich mit.