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Juni, 2017

weniger.wahnsinn.mehr.sinn.

Wer hat sich nicht schonmal gefragt: „Was ist der Sinn des Lebens?“.

Ich denke da findet sich jeder wieder, nur eben nicht jeder eine Antwort.
Ob man es pauschal sagen kann bezweifle ich grundsätzlich, aber ich denke jeder kann den Sinn seines Lebens finden. Und auch denke ich es gibt mehrere.

Einer meiner Sinne des Lebens ist definitiv unser kleiner Mr.Max. klar oder?!
Für wen ist das eigene Kind nicht DER Sinn des Lebens, denn selbst wenn wir mal schlechte Tage haben, reicht ein Lächeln und das größte Problem ist in diesem Moment vergessen.
Aber das Leben ist auch bei uns nicht immer honigsüß und himmelblau, denn auch hier gibt es das ein oder andere Gewitter.

An diesem Punkt treffen sich Sinn und Wahnsinn.

Wenn der Sinn deines Lebens dir die Bude verwüstet… überall Spielzeug liegt… die Blumenerde überall ist nur nicht da wo sie hingehört…das Essen fast anbrennt, weil du den Zwerg trösten musst, der sich grade die Schublade vor den Schädel gedonnert hat… du die Nacht 5 mal aufgestanden bist um ihn zu beruhigen, dann sind Sinn und Wahnsinn vereinigt.

Es ist schade, dass grade diese durchaus normalen Szenen immer wieder verschwiegen werden. Wenn Mama oder Papa an ihre Grenzen kommen, keinen ruhigen Moment finden mal durchzuatmen oder einfach mal ALLEINE auf´s Klo zu gehen.
Diese Themen werden auf Spielplatzgesprächen… Mum-Blogs, in der eigenen Familie und oft auch unter befreundeten Eltern totgeschwiegen. Obwohl das doch genauso dazugehört wie kuschelnd aus dem Lieblingsbuch vorzulesen, vor lauter kitzeln keine Luft mehr bekommen und aus Wolken Luftschlösser bauen.

Wenn´s im Job schlecht läuft kotzen wir uns gleich aus… wenn der Mann nicht spurt.. kotzen wir uns gleich aus… wenn das Wetter nicht tut was es soll.. na ihr wisst schon.
Aber wieso wird über die negative Seite oder besser gesagt, die normale Seite des Elterndaseins so geschwiegen?! Warum müssen unsere Kinder immer die bravsten, liebsten, schönsten und vermeintlich perfekten sein. Warum tun wir uns dieses Wetteifern um das „beste“ Kind eigentlich an?!

Wer mir schon länger folgt, weiß ganz genau, dass ich mich auskotze. Bei euch. 😛

Aber warum sollte ich mich böse beschweren, wenn es eben auch mit ein bisschen Selbstironie geht, mit ein bisschen „über sich selbst lachen“ , mit einem Augenzwinkern.
Denn am Ende des Tages sind wir gerne Mamas unseres Sinns des Lebens, auch wenn nicht immer alles perfekt und gradlinig läuft. Aber seit wann machen perfekte Dinge Spaß?!

Wir müssen für uns selbst lernen diese unperfekten Dinge einzuorden in „kann ich eh nicht ändern“ , „ ist nicht so gefährlich“ und uns auch mal fragen „ ist das denn jetzt grade soooo schlimm“.
Denn wir laufen Gefahr –HelikopterEltern- zu werden, diese die ständig kontrollieren was das Kind macht, es immer nur ermahnen und uns selbst damit einzureden, dass es das Richtige ist über alles zu ´wachen´. Weil wir vermeintlich wissen was sinnvoll ist.

Unser Kind braucht uns… keine Frage, aber wie viel braucht es uns.
Meiner Ansicht nach, braucht es uns grade auf Entdeckungsreisen am wenigsten. ( auch wenn dann die Blumenerde dran glauben muss ) Wenn es lernt zu stehen… zu laufen.. die Schubladen auszuräumen oder die Treppe zu erobern.
Ein stiller Beobachter zu sein ist nicht einfach, das ist etwas das wir lernen müssen.. UNBEDINGT… unser Baby soll lernen auf eigenen Beinen zu stehen. Und das meine ich zweideutig. Wir können für unser Kind da sein, ohne ständig hinter ihm zu kleben.
Ich nehme mal ein Beispiel, das ich für mich als absolut ungefährlich eingeordnet habe, aber eine andere Mutter als das absolute Gegenteil:

Wir waren am See und Max wollte aus dem Buggy auf die Wiese… sein lieblings Wort zur Zeit ist „Bume“ (Blume)… und als er auf der Wiese war, musste natürlich erstmal Gras gerupft werden und in den Mund geschoben werden…
Das machen Babies eben so… sie tasten mit dem Mund.. Stärken ihr Immunsystem und Sinne.
Das Baby, ein paar Meter auf der selben Wiese, durfte sich nur auf der Picknick Decke bewegen und auf KEINEN Fall Gras essen… das ist ´ihhh…´ und ´das macht man nicht´.
Naja.. und ich sehe in Gras einfach keine Gefahr… was soll passieren?! Eben! Nix! Außer, dass das Baby lernt.. Gras ist bäh… .

Dieses Beispiel lässt sich auf so viele Momente ausweiten, bei denen wir uns als Eltern einfach mal entspannen sollten.. und überlegen:

Wie gefährlich, giftig, schädlich oder bedrohlich ist das grade wirklich, das unser Kind da tut? Und fördert es vielleicht grade sogar den Zwerg in der Entwicklung?!

Denn für unseren Mini scheint es grade Sinn zu machen sich das Gras in den Mund zu schieben, und es ist nicht anzunehmen, dass es das noch 50 Mal wiederholt.. denn Gas ist nicht unbedingt das leckerste der Welt.. aber im Moment genau das was unser Kind tun möchte.

Und um auf den Anfang des Textes zurück zu kommen… es ist in dem Moment der Sinn den das Baby darin sieht. Und den sollten wir akzeptieren.
Es gibt soooo viele Dinge bei denen wir unseren Kids mit einem NEIN ermahnen.
Denn es ist unumstritten wichtig Grenzen aufzuzeigen und zu vermitteln wo diese sind.
Nicht alles ist erlaubt und sollte geduldet werden. Wir haben schließlich auch Grenzen, der Geduld zum Beispiel. Aber es wäre sicherlich sinnvoll, in der Zeit in der wir unseren Kindern beibringen, dass es ein NEIN gibt, an unserer Toleranz und Geduld zu arbeiten. Uns nicht ständig mit anderen Eltern zu vergleichen, unsere Kinder zu vergleichen oder gar so sein wollen wie die vermeintlich perfekte Familie. Damit würden wir uns nur selbst belügen und das Ziel nie erreichen.

Es gibt sicherlich gute Vorbilder, die eine sinnvolle Inspiration sein können, aber keiner sollte versuchen zu kopieren.

Ich denke einfach wir können viel von unseren Kindern lernen, so wie sie von uns.
Und da sollten wir uns fragen, was sollen sie von uns lernen?! Angst vor allem zu haben?! Es immmmmer eilig zu haben?! Alles kontrollieren zu wollen?! Nein … das wollen wir nicht.

Wir brauchen ein wenig Wahnsinn in unseren Leben um den Sinn des Lebens zu erkennen. Denn dieser ist sicherlich alles andere als perfekt. Denn wer will schon perfekt sein?!

Entspannen wir uns ein wenig, wenn der Sinn unseres Lebens grade etwas für sich Sinnvolles tut. Auch wenn es einfach nur Gras i(s)st. 😉